Das Kaisergebirge ist eines der faszinierendsten Wandergebiete Österreichs und bietet für jeden etwas – ob Anfänger oder erfahrener Bergsteiger. Doch viele Wanderer wissen gar nicht, dass sich das Kaisergebirge in zwei völlig unterschiedliche Bereiche unterteilt: den wilden und den zahmen Kaiser. In diesem Bericht möchte ich euch beide Seiten dieser wunderbaren Berglandschaft vorstellen und zeigen, welcher Kaiser zu euch passt.
Das Kaisergebirge – Ein Berg mit zwei Gesichtern
Das Kaisergebirge erstreckt sich zwischen Kufstein und Going im Bezirk Kitzbühel und besticht durch seine markanten Felswände und vielfältigen Landschaften. Die Grenze zwischen Wildem und Zahmen Kaiser verläuft ungefähr entlang der Kaiserstraße und schafft zwei völlig unterschiedliche Welten. Während der eine Kaiser Abenteuer und Herausforderung verspricht, lockt der andere mit gemütlichen Wegen und panoramischen Ausblicken.
Ich habe in den letzten Jahren zahlreiche Touren in diesem Gebiet unternommen und kann euch aus eigener Erfahrung sagen: Beide Seiten des Kaisergebirges sind absolut lohnenswert! Die Wahl hängt einfach von eurer Fitnessstufe und eurer Vorliebe ab.
Der Wilde Kaiser – Für Abenteurer und Kletterer
Der Wilde Kaiser ist der östliche Teil des Kaisergebirges und begeistert mit dramatischen Felsformationen und anspruchsvollen Klettersteigen. Die Ellmauer Halt mit ihren imposanten Wänden ist das Wahrzeichen des Wilden Kaisers. Hier finden sich einige der populärsten Klettersteigen Österreichs, allen voran der berühmte Kaisergebirge-Durchquerungsklettersteig.
- Die Ellmauer Halt – das Herzstück des Wilden Kaisers mit bis zu 1.000 Meter hohen Felswänden
- Der Kaiserklettersteig – eine spektakuläre Route für erfahrene Kletterer
- Die Stripsenjoch Hütte – perfekt gelegen für mehrtägige Unternehmungen
- Der Weg zur Vordere Goinger Halt – beliebt bei anspruchsvollen Wanderern
Das Gebiet rund um Going und Ellmau ist das Basislager für den Wilden Kaiser. Wer hier ankommt, spürt sofort die raue Schönheit dieser Berglandschaft. Die senkrechten Felswände wirken beeindruckend und auch ein wenig einschüchternd – genau das ist der Reiz! Für Klettersteig-Anfänger empfehle ich, einen erfahrenen Guide zu engagieren. Die Routen erfordern Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gutes Schuhwerk.
Der Zahme Kaiser – Genuss und Panoramen
Der westliche Zahme Kaiser ist das genaue Gegenteil des Wilden Kaisers und verzichtet auf dramatisches Drama zugunsten von Genuss und Familienfreundlichkeit. Das Kaisergebirge präsentiert sich hier sanfter, mit grünen Wiesen, lieblichen Hütten und atemberaubenden Fernblicken auf die umliegenden Gipfel.
Die Ortschaften Scheffau und Söll sind die idealen Startpunkte für Touren im Zahmen Kaiser. Der Aufstieg zur Kaiserkrone ist einer meiner liebsten Wege – ohne extreme Schwierigkeiten, aber mit belohnenden Ausblicken. Auch der Hintere Kaisersee ist ein magisches Ziel, besonders bei Sonnenaufgang.
- Die Kaiserkrone – leicht erreichbar mit grandiosem Ausblick
- Der Hintere Kaisersee – idyllisch gelegen und perfekt zum Entspannen
- Die Sölllandl Hütte – rustikale Gastronomie mit Charme
- Die Wiese rund um Scheffau – wunderbar für Familienausflüge
Hier oben, auf den sanften Höhen des Zahmen Kaisers, verstehe ich, warum so viele Menschen zum Kaisergebirge zurückkehren. Die Wege sind gut ausgebaut, es gibt regelmäßig Hütten mit köstlicher Alpenküche, und die Aussichten entschädigen für jeden Höhenmeter.
Unser Fazit zum Kaisergebirge
Das Kaisergebirge ist wirklich einzigartig in seiner Vielfalt. Beide Kaiser haben ihre eigene Magie: Der Wilde Kaiser für jene, die Adrenalin suchen, und der Zahme Kaiser für Genießer und Familien. Mein Tipp? Besucht beide! Mit der Bergbahn kann man schnell zwischen den Welten wechseln und so das Beste aus beiden Welten kombinieren.
Egal für welchen Kaiser ihr euch entscheidet – das Kaisergebirge wird euch mit seiner Schönheit und Vielfalt begeistern. Macht euch auf den Weg!
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