Gesaeuse Nationalpark: Wilde Schlucht und stille Gipfel
Berichte
Beitrag

Gesaeuse Nationalpark: Wilde Schlucht und stille Gipfel

3 Min. Lesezeit

Der Gesäuse Nationalpark ist eines der spektakulärsten Naturjuwelen Österreichs und ein absolutes Muss für jeden ernsthaften Wanderer. Gelegen in der Steiermark, zwischen den Orten Admont und Hieflau, vereint dieser einzigartige Nationalpark die raue Schönheit einer wilden Schlucht mit der friedlichen Majestät stiller Gipfel. Bei meinem letzten Besuch bin ich völlig fasziniert von der Vielfalt dieses Naturschutzgebietes zurückgekehrt – und ich möchte meine Erfahrungen gerne mit euch teilen.

Was den Gesäuse Nationalpark wirklich besonders macht, ist die eindrucksvolle Kombination aus dramatischen Felswänden und grünen Almflächen. Die Enns bahnt sich ihren Weg durch tiefe, von senkrechten Felsen umrahmte Schluchten, während rundherum zahlreiche Berggipfel in den österreichischen Himmel ragen. Der Name „Gesäuse“ stammt aus dem Mundartlichen und bezeichnet genau dieses Rauschen und Tosen des Wassers – ein Sound, den man einfach erleben muss, um ihn wirklich zu verstehen.

Die Highlights des Gesäuse Nationalpark

Der Gesäuse Nationalpark besticht durch mehrere herausragende Merkmale, die ihn von anderen österreichischen Wanderzielen unterscheiden. Die Ennsschlucht selbst ist bereits ein Erlebnis für sich – mit Wasserfall-Abenteuern und spektakulären Ausblicken auf steil abfallende Felswände. Der höchste Punkt des Parks ist der Hochtor mit 2.369 Metern, von dem aus man an klaren Tagen weit über die steirischen Alpen blicken kann.

Die Wanderwege im Gesäuse Nationalpark sind gut ausgeschildert und für verschiedene Schwierigkeitsstufen geeignet. Für ambitionierte Wanderer empfehle ich die Strecke vom Gasthaus Buchau hinauf zur Ennstalerhütte – diese Route bietet atemberaubende Perspektiven auf die Schlucht und dauert etwa fünf bis sechs Stunden. Wer es etwas gemütlicher mag, spaziert entlang des gut ausgebauten Ennsuferpfades, einem leichten Weg, der direkt neben dem rauschenden Fluss verläuft.

Konkrete Wandertipps und Routen

Mein persönliches Highlight war die Tour zur Leopoldsteiner Wand, einer beeindruckenden Felsenformation mit einer Höhe von über 700 Metern. Diese Wanderung startet von Admont aus und führt durch herrliche Bergwälder, bevor die Felswände plötzlich und dramatisch auftauchen. Die Kombination aus schattigem Wald und sonnigen Almwiesen macht diese Route zu einem echten Erlebnis für alle Sinne.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist die Tauereck-Wanderung, die von verschiedenen Ausgangspunkten rund um den Gesäuse Nationalpark möglich ist. Der Aufstieg zum Tauereck auf 1.973 Metern ist durchaus fordernd, wird aber durch fantastische Ausblicke auf den gesamten Park belohnt. An klaren Tagen sieht man von dort bis zu den Niederen Tauern.

Praktische Tipps für euren Besuch:

  • Die beste Wanderzeit im Gesäuse Nationalpark ist von Mai bis Oktober
  • Gutes Schuhwerk ist absolut essentiell – die Wege können rutschig sein
  • Plant ausreichend Zeit ein: Der Gesäuse Nationalpark verdient langsames Erkunden
  • Unterkunftsmöglichkeiten gibt es in Admont und Hieflau sowie auf mehreren bewirtschafteten Almhütten
  • Der Nationalpark ist gebührenfrei zugänglich

Das Besondere am Gesäuse Nationalpark ist nicht nur die landschaftliche Vielfalt, sondern auch die Ruhe, die dort herrscht. Im Gegensatz zu manchen Überlauf-Wanderzielen findet man hier immer noch Momente der echten Einsamkeit und Stille. Die majestätischen Gipfel, die kristallklare Luft und das ständige Rauschen der Enns schaffen eine fast meditative Atmosphäre, die jeden Stress vergessen lässt.

Falls ihr die Region bereist, lohnt sich auch ein Besuch des Benediktinerstiftes Admont, das unmittelbar am Rande des Nationalparks liegt und mit einer der schönsten Bibliotheken Europas beeindruckt. So könnt ihr Wanderabenteuer und kulturelle Erlebnisse perfekt kombinieren.

Entdecke weitere Touren auf wanderland.at.

Teilen